
A = A
Mythos und Chimäre der Gewissheit. Im Gleichsatz die scheinbar gefestigte Definition der Identität. Der individuellen wie der kollektiven.
Der Würfel.
Platonischer Körper. Perfekte Form dreidimensional verankert. Ruhend im Raum. Paradoxon zwischen Präzision und Zufall.
„Im Mythos der Sicherheit wiegen wir uns zu Tode“ (Ugo Dossi)
Identität: Zu – Fall im sozialen Geflecht. Das Ich im Echo des Anderen.
Aus festen Kanten wird Fließendes.
Im interaktiven Spiel werden aus 27 Würfeln 6,53x10°28 Möglichkeiten.
Parabel für Identität.
A = A?
Sebastian Marseiler
Als Mitglied einer Gemeinschaft ist es wichtig die Identität der Gruppe zu kennen, diese zu achten, aber auch die eigene Identität innerhalb der Gruppe zu finden und zu wahren. Mit der Frage nach der Identität wird die Frage nach dem eigenen Ich, der eigenen Person, gestellt. Insofern ist das Thema, welches die meraner gruppe aufwirft, ein sehr aktuelles, welches die Menschen in ihrem inneren Sein anspricht.
A =A ist der auf die griechische Philosophie zurückgehende Satz der Identität. Er nennt die Gleichheit von A und A. Aussagen sind erst durch diesen obersten Denksatz möglich. Oft wenn wir das Wörtchen „ist“ verwenden wenden wir den Satz der Identität an. Der Satz ist grundlegend für die Logik und wird in der aktuellen philosophischen Diskussion vor allem in der Sprachphilosophie und der angelsächsischen Philosophie diskutiert. Die Ausstellung A=A stellt die Frage nach der Identität.
Die Ausstellung in der BaseB in Mailand wirft die Frage nach dem Kollektiven, nach der Gruppe und dem sozialen Geflecht, auf. Das Werk, in welchem alle Künstler, in ihrer je eigenen Schaffenssprache intervenieren, ist ein Würfel, welcher aus 27 kleinen Würfeln besteht. Der Würfel ist Symbol einer Identität in Veränderung, einer Identität, welche immer dieselbe bleibt, der aber zugleich tausende Veränderungen widerfahren und immer wieder neue Ansichten und Aussagen Preis gibt, indem die Würfel in ihrer Lage verändert werden.
Eine gemeinschaftliche Performance der meraner gruppe, in welcher das Publikum eingebunden ist, eröffnet die kollektive Ausstellung. Aus den einzelnen Identitäten entsteht eine kollektive Identität, welche die Gemeinsamkeiten aber auch die Kontraste aufzeigt. Die Performance wirft in einer sehr spontanen Art und Weise die Frage nach der Identität in Raum und Zeit auf und beantwortet sie aktuell.