
Arbeitsthema der Gruppe ist die Transformation, d.h. die Veränderung in ihren mannigfaltigen Ausformungen. Der Künstler wird als Veränderer, als Wandler und als Wandelnder gesehen und versteht die Kunst als dasjenige was Daliegendes zu einem anderen Daliegenden macht, neue Zusammenhänge darstellt und Sichtweisen transformiert. Dies wird nicht nur materiell, sonder auch ideologisch verstanden. Der Künstler als derjenige, der auch eingefahrene Ideen und Vorstellungen zu ändern sucht.
Die zehn Künstler präsentieren in den unterirdischen Gängen der Halle 9, ihre sehr unterschiedlichen Positionen, welche von Fotographie, über Installationen bis hin zu Malerei und Zeichnung reichen. Das dargebotene künstlerische Spektrum ist reich und zeugt von Originalität und eigenen, bzw. unabhängigen Stilen.
Im Zentrum der Ausstellung steht ein Werk mit dem Titel „trans-form for peace“, welches als Aktion bei der Vernissage am Samstag, 21. Juli geschaffen wurde. Die Leinwand ist 50 Meter lang und zieht sich, wie ein langer Weg durch den Gang. Das Werk thematisiert die Veränderung zum Frieden und zur Einheit hin. Aus der Erfahrung, dass gerade in künstlerischen Gruppen die Zusammenarbeit oft sehr schwierig ist, und Künstler oft egozentrisch veranlagt sind, was Probleme im sozialen Gefüge zur Folge hat, hat sich die meraner gruppe entschlossen die eigenen, selbst bezogenen Positionen zu verlassen und zusammen ein großes Werk zu schaffen. Grundproblematik in diesem ist, die Grundproblematik jedes sozialen Gefüges. Es geht darum, dass jeder sich seinen Raum nimmt, den anderen aber auch ihren Raum zugestehen und diesen akzeptieren muss. Spannend wird die Arbeit gerade dort, wo sich verschiedene Positionen in die Quere kommen, ein Künstler, die Arbeit seines Kollegen verändert, überarbeitet oder gar übermalt. An genau diesem Punkt treten die Spannungen auf und die verschiedenen Charaktere und Ausdrucksformen treten in Dialog zueinander und ergeben dadurch ein völlig Neues, das heißt, dass die Transformationen statt gefunden hat. Aus Einzelpositionen wird ein großes Ganzen und zeigt damit eine Grundvoraussetzung eines friedlichen Zusammenlebens jeder sozialen Verflechtung.
Am 14. September wurde die Ausstellung mit einer neuerlichen Performance beendet, das Gemeinschaftswerk wurde weiß übermalt, was blieb war eine rote, verbindende Linie.